Planet Diversity World Congress on the Future of Food and Agriculture

Vielfalt in der Wissenschaft

und der Gesellschaft - Überlegungen zu Wissen, Information, Technologie, Macht und das Allgemeinwohl

Organisatorin: Claudia Neubauer, Fondation Sciences Citoyennes, Frankreich

Redner: Angelika Hilbeck, ETH Zürich, Schweiz
Tirso Gonzales, University of British Columbia, Peru / Kanada (Indigenous knowledge programme)
Michael Reinsborough, Queens University Belfast, Social Anthropology, Nordirland
Brandon Ballengée, Green Museum, New York, USA

Outline:
In Europa, Amerika und Australien ist seit dem zweiten Weltkrieg in der Wissenschaft und den wissenschaftlichen Ansätzen zur Entwicklung von innovativen Technologien und Lösungsoptionen für Umwelt- und Landwirtschaftsproblemen Vielfalt drastisch zurückgegangen. Führende Gesellschaftskreise, hauptsächlich Wissenschaftler (von privaten und öffentlichen Einrichtungen) und Regierungen, haben bestimmte Technologien als vielversprechend identifiziert, die daraufhin den Hauptanteil der für Forschung und Entwicklung bereitgestellten finanziellen Förderung (aus öffentlichen und unternehmerischen Quellen) erhielten. Seit Jahrzehnten übersteigen die Gelder, die für militärische, biotechnologische, Raumfahrt- und nanotechnologische Forschung bereitgestellt werden, die Budgets von Umwelt- und Gesundheitsforschung, nachhaltiger Landwirtschaft und Fischerei, Toxikologie und soziale Belange. Ein weiteres Problem in der Forschung ist die Merkantilisierung (zunehmend kommen kommerzielle Strategien und große Patentsysteme in der Forschung zum Einsatz, Wissenschaftler werden eher zum Wettbewerb als zur Kooperation gedrängt usw.). Die Konsequenzen dieser Entwicklungen haben Auswirkung auf die ganze Welt. Ein typisches Beispiel sind die Entscheidungen aus der Nachkriegszeit für eine Industrialisierung der Landwirtschaft as einziges Mittel der Produktivitätserhöhung und die Verwendung von fossilen Brennstoffen (und Atomkraft) als Haupt- (wenn nicht sogar einziger) Energiequelle für den Wiederaufbau der Nachkriegszeit in den westlichen Ländern. Andere Lösungsmöglichkeiten und Alternativen zum Erreichen der gleichen Ziele – insbesondere technologiefreie/nichtindustrielle – wurden fast komplett ignoriert und die entsprechende Forschung wurde fast vollständig unterdrückt oder an den Rand gedrängt. Heute ist unsere Gesellschaft fast vollständig abhängig von fossilen Brennstoffen zur Energiegrundlage, für industrielle Materialien in allen Bereichen des täglichen Lebens und Chemikalien für die landwirtschaftliche Produktion. Das hat weltweit zu schrecklichen Umwelt- und Gesundheitsproblemen geführt und kaum Raum für Alternativen gelassen. Die Weltbevölkerung, konfrontiert mit wachsender sozialer Ungerechtigkeit und, wie im Millennium Report festgehalten, „intensiver Verwundbarkeit“ unserer Ökosysteme steht heute vor ihrer größten und komplexesten Herausforderung für ihr Überleben: Wie können die unvermeidbaren und katastrophalen Konsequenzen der beiden oben genannten Beispiele –Erderwärmung und Klimaveränderung – verringert werden und wie können wir uns anpassen. Und wieder schlagen die politischen und wissenschaftlichen Eliten der westlichen Welt singuläre Lösungen vor – wie etwa die Umwandlung von Nahrungs- und Futtermitteln in Ethanol mit, wiederum, potentiell katastrophalen globalen Auswirkungen auf die restlichen Ressourcen für ein Überleben der Menschen, wie etwa Nahrung und Wasser

In diesem Workshop zu „Vielfalt in der Wissenschaft – Vielfalt in der Gesellschaft“ wollen wir die Gründe für diesen ernsthaften Mangel an existierenden Alternativen (Mangel an erfinderischen Fähigkeiten) erforschen, potentielle Quellen der Vielfalt in der Wissenschaft identifizieren, Strategien für einer innovativere und kreativere Wissenschaft vorschlagen und Allianzen anregen zur Stärkung der gesellschaftlichen Rolle bei der Vorgabe einer wissenschaftlichen Agenda zum Wohle aller.

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