Organisator(en):
Siegrid Herbst, Interessengemeinschaft gentechnikfreie Saatgutarbeit, Deutschland
Redner:
Guy Kastler, Reseau Semences Paysanne, Frankreich
Outline:
Die vom Internationalen Verband zum Schutz von Pflanzenzüchtungen (UPOV) eingeführten Pflanzensorten-Zertifikate (PVC) werden oft als akzeptable Alternative zu Patenten präsentiert. Aber ist es durch sie nicht eher schlimmer geworden? Wie Patente verbieten auch sie bäuerliches Saatgut oder macht dessen Nutzung gebührenpflichtig. Die PVC tragen außerdem dazu bei, Biopiraterie zu legalisieren, indem der Schutz der „entdeckten“ Sorten ohne Angabe der Herkunft garantiert wird. Von der Verpflichtung ausgenommen, die verwendete Züchtungsmethode anzugeben, verschleiern die PVC die verborgene Verbreitung von Pflanzen, die durch mutagenetische Zellfusion, Nanotechnologien etc. verändert worden sind. Durch den bindenden Katalog wird bäuerliches Saatgut verboten. Der jüngste Vorschlag, einen „Schutz-Katalog“ zusammenzustellen, unterbindet die letzten für Bauern verbliebenen Möglichkeiten, zur Erneuerung der Kulturpflanzenvielfalt beizutragen. Durch die Freihandelsabkommen wird die jetzige Reform, die auf dem europäischen Saatgut-Produktionsmodell basiert und sowohl UPOV als auch Patente auf Gene mit einbezieht, schon in zahlreichen Ländern eingeführt.
Die Rechte der Bauern, das von ihnen reproduzierte Saatgut zu bewahren, zu nutzen, auszutauschen und zu verkaufen, Zugang zu den Ressourcen zu haben und an nationalen Entscheidungsprozessen teilzuhaben, sind in dem „Internationalen Vertrag über pflanzengenetische Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft“ (ITPGRFA) verankert, der von zahlreichen Ländern ratifiziert wurde, von diesen jedoch nicht umgesetzt wird.
Gewinnbeteiligung und Handelsfreizügigkeit bringen die Bauern dazu, ihre Rechte gegen die Illusion zu tauschen, von Patenten auf Gene und PVC zu profitieren, die diese Rechte zudem unterbinden. Die Konfiszierung der Biodiversität, die in Genbanken eingeschlossen wird, und ihre verbreitete Verunreinigung durch GVO kündigen ihr endgültiges Verschwinden an, da Biodiversität nicht mehr auf den Feldern erneuert wird.
Wie können zukünftig die Kollektivrechte der Bauern durchgesetzt und geschützt werden, um den Schutz der Kulturpflanzenvielfalt garantieren zu können? Welche juristischen Wege sind möglich? Welche Vorgehensweise ist angebracht: die Biodiversität aus den Genbanken holen, Saatgut-Häuser entwickeln?


In English:
Community commons, private control and public domain,
from Guy Kastler
The IPR on life forms do not contribute to the conservation of biodiversity. On the contrary, patents on genes and the PVP are weapons which are massively destroying everything that is alive.
India can beat the food crisis
Dr Suman Sahai, Convenor, Gene Campaign
COFAB, a developping country alternative to UPOV
Dr. Suman Sahai, Gene Campaign
Farmers' rights & agricultural security: India's plant variety protection and farmers' rights act, 2001
Dr.Suman Sahai (Convenor), Gene Campaign, New Delhi, India
En Français:
Droits collectifs, contrôle privé et domaine public
Contribution de Guy Kastler,
Les DPI sur le vivant ne contribuent pas à la conservation de la biodiversité. Le brevet sur le gène et le COV sont au contraire des armes de destructions massives de tout ce qui vit.
Proposition de quelques stratégies de lutte pour la souveraineté alimentaire
Sara Camara, 05.05.2008