Planet Diversity World Congress on the Future of Food and Agriculture

Frauen, Vielfalt und Landwirtschaft

Überlebens- und Solidaritätsstrategien

Aus dem Frauenworkshop: die Frauenagenda

Teilnehmerinnen des Frauenworkshops vom Donnerstag den 15.05. wurden gebeten in der Abschlusssitzung des Planet Diversity Kongresses eine Präsentation zu machen. Nach kurzer Diskussion, entschied die Gruppe, dass sie am besten, durch Vertreterinnen aus verschiedenen Kontinenten mit verschiedenen Sichtweisen und Wünschen in Bezug auf Frauen und Biodiversität repräsentiert wären.
Den vollständige Abschlussbericht lesen

Die Präsentation ist bei You Tube unter folgenden links zu sehen:
www.youtube.com/watch?v=pyXh-Nyjhtk  (Teil 1)

www.youtube.com/watch?v=ZsgtcLcxIig&feature=related (Teil 2)

 

Foto: Die Frauen bei Planet Diversity - abschließendes Gruppenfoto nach dem Donnerstagworkshop am 15. Mai 2008

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Kurzbericht über den Workshop:

Organisatorinnen und Moderation:   Anna Gyorgy, a.gyorgy@planet-diversity.org, Women and Life on Earth, Deutschland/USA, Sabine Brückmann, Women in Europe for a Common Future e.V. (WECF), Deutschland/Niederlande

Übersicht:
Ziel des Workshops war es Mittel und Wege zu identifizieren und zu diskutieren, wie Frauen darin gestärkt werden können Gemeinschaften, gesunde Nahrungsmittel und eine nachhaltige landwirtschaftliche Produktion zu schützen und zu sichern. Auf Basis der (zusammengefassten) Informationen des Workshops vom Dienstag, den 13. Mai, überlegten die Teilnehmerinnen des Workshops, was als nächstes getan werden kann. Sie suchten nach Beispielen für erfolgreiche Kampagnen, Solidaritätsaktionen und Netzwerken und erfuhren sich von anderen Workshop-Teilnehmerinnen über Programme aus deren Regionen.
Dank einiger Freiwilligen konnte der Workshop auf Englisch, Spanisch und Französisch verfolgt werden.
Teilnehmende Gruppen:
- Women and Life on Earth e.V. www.wloe.org
- Women in Europe for a Common Future www.wecf.org
- genanet - focal point Gender, Environment, Sustainability  www.genanet.de
- Frauen Netzwerk für Frieden e.V.  www.frauennetzwerk-fuer-frieden.de

http://www.frauennetzwerk-fuer-frieden.de

Rednerinnen (u.a.):
Maria Mies, Gründungsmitglied von „Diverse Women for Diversity“
Marie Aminata Khan, Gender Focal Point, Sekretariat CBD, Der “Gender Plan of Action” im Rahmen der CBD
Elisabeth Meyer-Renschhausen, Autorin und Wissenschaftlerin, Berlin, „Die Wiederkehr der Gärten: biologische Vielfalt auf leerstehenden Stadtgrundstücken, städtischen Gärten und Gemeinschaftsgärten“
Farida Akhter, Gründungsmitglied von Diverse Women for Diversity, Geschäftsführerin des Instituts für „Politics and Advocacy“ UBINIG in Bangladesch.
Claudia Gimena Roa, Fundaexpresion – Kolumbien, www.fundaexpresion.org, “Die Landwirtschafts-Schule für Agrarökologie und die Vereinigung der Bäuerinnen von Santander, Kolumbien.“
Izabella Byszewska, Social Ecological Institute (SEI), Polen: „Traditionelle Gerichte –Bewahrung der kulinarischen Vielfalt als kulturelles Erbe.
Sabine Brückmann, Women in Europe for a Common Future e.V. (WECF), „Stadt-Land Partnerschaft zur Erhaltung der landwirtschaftlichen Vielfalt am Beispiel von München und dem Umland“

Dokumentation: WLOE und WECF engagierte ein Filmteam, das den gesamten Planet Diversity Kongress begleiteter. Es filmte Aktionen und Beiträge der Frauen, von der Eröffnungsdemonstration und dem Frauen-Pavillon auf dem Festival am 12. Mai (siehe) bis zum Ende der anschließenden Konferenz (13.-15. Mai). Neben den einzelnen Beiträgen in den Workshop, wurden auch individuelle Interviews während des Kongresses gefilmt. Je nach Beteiligung und Finanzierung hoffen die Organisatorinnen das Projekt weiterführen und erweitern zu können.

Zusammenfassung von Sabine Brückmann, WECF:
Der erste Beitrag kam von Maria Mies, Mitgründungsmitglied von Diverse Women for Diversity. Ihrer Meinung nach wäre es furchtbar wenn die ganze Welt für Lebensmittelgroßkonzerne geöffnet würde. „Dies hätte sehr große Konsequenzen, nicht nur für die armen Länder.“ Ihr zufolge müssen wir jetzt etwas dagegen unternehmen. „Es handelt sich dabei um kein neues Thema. Wir haben bereits 1996 über Hunger gesprochen und sprechen 2008 immer noch darüber. Es sind nicht nur die multinationalen Großkonzerne, die WTO oder die Weltbank die einer Politik der Globalisierung und Liberalisierung folgen. Es ist die Politik von heute und es ist die Politik der vergangenen Jahre. All die großen UN Organisationen, die Medien, einfach jeder erzählt uns, wir müssten mehr Nahrungsmittel produzieren, um den Hunger zu bekämpfen. Aber anscheinend haben wir noch nichts daraus gelernt. Wir müssen die Großunternehmen bekämpfen, die in Wirklichkeit davon profitieren. Die Nahrungsmittelsicherheit ist die Basis allen Lebens, aber ohne Vielfalt wird es kein Leben auf Erden geben. Anstatt nach vorne sind wir zurück gegangen. „Wohin wird uns unser Weg von jetzt an führen? Es ist sehr wichtig, dass wir uns im Vorfeld darüber Gedanken machen, ansonsten werden wir die selben Fehler immer und immer wieder machen. Wir müssen uns im klaren darüber sein, dass wir nicht nur die Armut in den armen Ländern bekämpfen müssen, sondern dass der Hunger auch reiche Länder bedroht: in den USA ist er heute schon angekommen.“

Wir sind nicht „Gender“, wir sind Frauen!
Die nächste Rednerin, Marie Aminata Khan (Sekretariat der CBD, Montreal) berichtete von einem CBD Programm, welches Frauen – insbesondere indigene Frauen – beibringt sich Gehör zu verschaffen. Ihre Worte führten zu einer kritischen Anmerkung seitens des Publikums, es seien nicht die Frauen, die lernen müssten sich Gehör zu verschaffen, sondern die Männer, die lernen müssten zuzuhören. Ein weiterer Kritikpunkt war die strategische Zielsetzung der CBD über die geschlechtliche Gleichstellung im Bereich der Biodiversität. Ein Kommentar, der großen Zuspruch fand war: „Wir sind nicht Gender, wir sind Frauen. Das Wort Gender gibt es nicht“.
Städtische Gärten:

Elisabeth Meyer-Renschhausen, Autorin und Wissenschaftlerin aus Berlin präsentierte eine Diashow über „städtische“ Gartenarbeit „Die Wiederkehr der Gärten: biologische Vielfalt auf leerstehenden Stadtgrundstücken, städtischen Gärten und Gemeinschaftsgärten”. Elisabeth forschte und schrieb über städtische Gärten in New York und unterlegte ihren Bericht mit Fotos aus der New Yorker Bronx und Harlem. In der Bronx verkaufen Frauen und Jugendliche ihr selbst angebautes Gemüse auf dem Red Hook Markt. Dies ist Teil des sogenannten „informellen Sektors“ in dieser als reichen geltenden Stadt, denn sie müssen dafür keine Steuern zahlen. Es gibt immer mehr Gärten mit biologischer Anbauweise in Harlem und in der Bronx. Auch in reicheren Stadtvierteln gibt es schon Gemeinschaftsgärten. Man kann quasi von einer neuen Welle in Bezug auf biologischen Anbau in Gärten sprechen, welche besonders bei jungen Menschen Anklang findet.

Hoffnung:
Der nächste Beitrag kam von Farida Akhter, Geschäftsführerin des Instituts für „Policy and Advocacy“ in Bangladesch (UBINIG). Ihre Frage an die Teilnehmerinnen war: „Wie können 6 Mrd Menschen ernährt werden? Durch Biotechnologie kann dies nicht geschehen. Auch noch 2010 werden wir die Welt ernähren und es wird immer noch 850 Millionen hungernde Menschen auf der Welt geben – das ist der Beitrag der Biotechnologie.“
Glücklicherweise ist Biodiversität endlich ein Thema geworden. Die Landwirte kommen zu großen Treffen und durch ihre Stimme wird sich etwas ändern. In Bangladesch ist das Thema Biodiversität Teil der Frauenbewegung geworden. Es gibt einen Wandel hin zum Positiven und das ist unsere Hoffnung.

Ernährung und Wasser:
Eine weitere Stellungnahme kam von Rosalie Ouoba aus Burkina Faso. Dort sind es die Männer die immer als erste gefragt werden wenn es um Landwirtschaft und Biodiversität geht, während es die Frauen sind, die sich um den Garten und das Gemüse kümmern. Diese Aussage wurde von Claudia Gimena Roa, Mutter eines 5 Jahre alten Sohnes aus Kolumbien mit einem innigen Report über ein Land im Kriegszustand bestärkt.

Alle Teilnehmerinnen waren sich einig, dass überall dort, wo Artenvielfalt herrscht ausreichend Essen und Trinken vorhanden ist. Lebensmittel und Wasser sollten nicht privatisiert werden, weder für den Verkauf noch beim Kauf. Claudia erzählte von einem Gespräch zwischen zwei Crewmitgliedern während ihres Fluges nach Madrid: „Unsere Wasservorräte für die Passagiere der 2. Klasse werden knapp“.... Ihr Gedanke war: „Irgendetwas läuft hier definitiv schief, wenn wir Wasser kaufen müssen, denn so machen wir uns selbst arm.“

Izabella Byszewska vom Social Ecological Institut (SEI) aus Polen berichtete über die Bewahrung und Herstellung von traditionellem Essen und Gerichten. Sie ist Teilnehmerin an einem Projekt zwischen Polen, der Ukraine und Deutschland mit dem Namen: „Grüne Brücken“, in dem Kleinbauern wieder verschiedene lokale Sorten anbauen und auf den Märkten verkaufen. Auf diese Art fließt Geld in die Gebiete und es hilft nicht nur der ökologischen Gesamtsituation, sondern fördert auch den sanften Tourismus.

Quelle: www.wecf.org

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