Planet Diversity World Congress on the Future of Food and Agriculture

Agrarhandel und Vielfalt

Auf der Suche nach einem alternativen Rahmenwerk für nachhaltige Agrarmärkte

Organisatorinnen: Mute Schimpf, Misereor, Deutschland und Christine Chemnitz, Heinrich Böll Stiftung, Deutschland

Redner:Elisabeth Cruzada, Masipag, Philippinen
Timan Satorius, ökologisch-faires Handelsprojekt, Deutschland
Hannes Lorenzen, Europäisches Parlament Brüssel, Belgien

Beschreibung: Der Workshop möchte eine Handelsordnung diskutieren, welche die Multifunktionalität der Landwirtschaft respektiert. Wie könnte eine multinationale Handelsordnung aussehen, die die enge Verbindung zwischen Landwirtschaft und Umwelt respektiert und internationale und nationale Bestrebungen zum Schutz der Biodiversität nicht unterläuft?

Menschen treten hauptsächlich durch Landwirtschaft in Kontakt mit der Natur. Dabei erhalten sie grundlegende und lebensnotwendige Ressourcen und Dienste, haben jedoch auch die Fähigkeit, Arten, Wasserläufe und Landschaften maßgeblich zu verändern. Die Landwirtschaft ist also gleichzeitig Freund und Feind der Biodiversität. Während industrielle landwirtschaftliche Produktionssysteme die biologische Vielfalt durch zunehmenden Einsatz von Bewässerung, Düngern und Pestiziden in hohem Maße reduziert haben machen in manchen Regionen halbnatürliche Habitate, in denen über viele Jahrhunderte eine Koevolution von Tier- und Pflanzenarten und der traditionellen Landwirtschaft stattgefunden haben, viele der bedeutendsten Reservoire von Biodiversität aus.

Handelsabkommen ignorieren weiterhin die enge Verbindung zwischen Landwirtschaft und Umwelt. Diese Missachtung hat verheerende Folgen für Natur und Landwirtschaft. Zunehmender grenzüberschreitender Handel mit landwirtschaftlichen Gütern wird voraussichtlich zu einer weiteren Ausdehnung der industriellen Landwirtschaft führen, welche stark auf den Einsatz von externen Inputs und den Anbau in Monokulturen angewiesen ist. Letztere sind besonders schädlich für die biologische Vielfalt, tatsächlich sind stellen sie die Antithese zur Vielfalt dar. Um hohe Ernten garantieren und Schädlinge unter Kontrolle halten zu können benötigen Monokulturen hohe Mengen an Düngern, Pestiziden, Fungiziden und Herbiziden. Beinahe alles außer der geplanten Feldfrucht wird vernichtet und die Felder werden so im wahrsten Sinne des Wortes zu „landwirtschaftlichen Wüsten“. Ebenso bedeutend ist der Verlust der Vielfalt an Kulturpflanzen aufgrund des Anbaus von Hybriden oder genetisch veränderter Pflanzen. Bauern haben über Jahrtausende Pflanzen gezüchtet und so eine spezifische lokale Flora und Fauna geprägt. Heute jedoch machen nur neun Kulturen über drei Viertel der von Menschen konsumierten Pflanzen aus.

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