Planet Diversity World Congress on the Future of Food and Agriculture

Die wichtigsten Fragen zu Planet Diversity

 Was ist Planet Diversity?
 Welche Ziele verfolgt Planet Diversity mit seinen Aktivitäten?
 Wer organisiert den Planeten der Vielfalt?
 Welche Aktivitäten bietet Planet Diversity?
 Wer trifft sich auf dem Planeten der Vielfalt?
 Welche Themen und Themenschwerpunkte werden behandelt?
 Warum ist der Planet Diversity ein echtes Kontrastprogramm zu den UN-Verhandlungen?
 Wie können sich – auch spontane – Besucher einbringen?
 Wie kann man tiefer in Themen einsteigen?
 Wie passen Planet Diversity und die UN-Konferenz über Biologische Vielfalt zusammen?
 Was sind die Grundlagen der UN-Konferenz über die Biologische Vielfalt – was geschieht während der Bonner Verhandlungen?
 Was erwarten die TeilnehmerInnen des Planet Diversity im Vorfeld der UN-Konferenz von den Regierungsverhandlungen?

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Was war Planet Diversity?

Wie der Weltwirtschaftsgipfel traditionell seinen Gegengipfel hat, so war der „Planet der Vielfalt“ (Planet Diversity) so etwas wie der Gegengipfel zu den UN-Verhandlungen über Fragen der gentechnischen Sicherheit und über die Biologische Vielfalt. Während im Maritim-Hotel über Haftungsregelungen bei der Verwendung der Gentechnologie debattiert wurde, machte Planet Diversity auf die grundsätzlichen Risiken aufmerksam. Denn Gentechnik steht für eine industrialisierte Agrarwirtschaft, für Monokulturen und für die Abhängigkeit der Menschen von wenigen Industriekonzernen. Die Vielfalt aber ist das Konzept, das der Agrarindustrie entgegengesetzt wird. Dieses Konzept verspricht den Landwirten Unabhängigkeit von der Industrie, es ermöglicht globale Ernährungssicherheit und trägt gleichzeitig zum Erhalt der natürlichen Vielfalt auf diesem Planeten bei. Fünf Tage lang präsentierte sich der Planet der Vielfalt in Bonn – ein lebendiges Kontrastprogramm zu den UN-Verhandlungen in den nahe gelegenen Konferenzräumen des Gustav-Stresemann-Instituts.

Welche Ziele verfolgt Planet Diversity mit seinen Aktivitäten?

Planet Diversity zeigt globale Zukunftsperspektiven auf, die Ernährungssicherheit und Vielfalt versprechen. Daran kann sich zwar kein Konzern bereichern – doch dafür steigt der Wohlstand für Alle. Denn Ernährungssicherheit nach dem Vielfaltsprinzip ist kostengünstig für die Allgemeinheit, technologisch beherrschbar und stärkt gleichzeitig die kulturelle und biologische Vielfalt auf allen Kontinenten. Das biologische Prinzip der Anpassung an sich verändernde Bedingungen hat sich bewährt, Gentechnologie hat jetzt schon bewiesen, dass sie mehr Probleme als Lösungen produziert. Auch bei den Agrotreibstoffen zeichnet sich ab, dass Effekte wie Monokulturen, Pestizide, Verdrängungsmechanismen auf den Äckern der ärmeren Länder mehr Probleme bereiten als die Technologie lösen kann. Weder der Klimawandel kann mit den Agrotreibstoffen gestoppt noch der Energiehunger der Welt befriedigt werden.
Notwendig sind der Erhalt der regionalen Vielfalt, der freie Austausch von Saatgut und die Freiheit von Gentechnik und Patenten auf natürliche Lebewesen. Dies ist die Zukunft des Planeten der Vielfalt. Planet Diversity zeigt die Vielfalt

• der Fauna und Flora, die die Grundlage ist für Landwirtschaft und Lebensmittel-wirtschaft

• der Kulturen und den unterschiedlichen Stil von Landwirtschaft und Ernährung

• des traditionellen Wissens um die Schätze der Natur

• der natürlichen Innovationen.

Wer organisiert den Planeten der Vielfalt?

Organisiert wird Planet Diversity von der Zukunftsstiftung Landwirtschaft im Auftrag von zahlreichen deutschen und internationalen Organisationen, die sich um die Zukunft dieses Planeten sorgen:
• Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (ABL)
• Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND)
• Europäisches Gentechnik-Netzwerk (GENET)
• Evangelischer Entwicklungsdienst (EED)
• Forum Umwelt und Entwicklung
• Gen-ethisches Netzwerk
• Greenpeace
• Heinrich-Böll Stiftung
• Interessengemeinschaft gentechnikfreie Saatgutarbeit (IG Saatgut)
• Vereinigung Deutscher Wissenschaftler (VDW)
• Weltverband Biologische Landwirtschaft (IFOAM)
• Zukunftsstiftung Landwirtschaft (Save our Seeds)


Ein internationaler Beirat stellt sicher, dass die weltweit relevanten Themen auch bei den Veranstaltungen von Planet Diversity entsprechend berücksichtigt werden.

Organisiert wird Planet Diversity durch das Sekretariat:
Zukunftsstiftung Landwirtschaft
Marienstr.19-20
D-10117 Berlin, Germany
T: +49 30 27590309
F: +49 30 27590312
I: www.planet-diversity.org
E: info@planet-diversity.org

Welche Aktivitäten bietet Planet Diversity?

Dieses Treffen soll die Botschaft für die Vielfalt auf dieser Welt deutlich absenden. Darum startet Planet Diversity mit einer Demonstration. Unter dem Motto „Für biolo-gische Vielfalt – regional, fair, gentechnikfrei!“ zeigen die Demo-Beteiligten aus aller Welt die Vielfalt, die es zu verteidigen gilt.

Start der Demonstration ist am 12. Mai um 10 Uhr in der Rheinaue auf der Kleinen Blumenwiese.
An die Demonstration schließt sich ein buntes Festival der Vielfalt an – hier lebt Vielfalt, hier schmeckt Vielfalt. Ein Kontrast zur gentechnischen Monokultur.

Vom 13. bis 16. Mai beraten – parallel zu den UN-Verhandlungen der Regierungsdelegationen – die Delegierten der Menschen, über deren Zukunft die Regierungen beraten. Zu Wort kommen Bauern, Verbraucher, Lebensmittelhersteller, Gärtnerinnen und Saatgutretter, Umweltschützerinnen, Indigene, Wissenschaftler, Gentechnik- und Globalisierungskritikerinnen, Menschenrechts-, Entwicklungs- und Frauenorganisationen und andere. Organisiert sind Podiumsdiskussionen und Workshops.
Link: http://www.planet-diversity.org/de/programm.html

Wer trifft sich auf dem Planeten der Vielfalt?

Planet Diversity ist eine Veranstaltung für all die Menschen, die einen Eindruck erhal-ten wollen von einer lebenswerten und gerechten Zukunft auf diesem Planeten. Von der Vielfalt begeistern lassen können sich alle – unabhängig von den gesellschaftlichen Wurzeln, von Beruf oder Status. Denn Vielfalt lebt in und mit den Menschen. Offizielle Delegierte der Regierungsorganisationen sind ebenso willkommen wie Kleinbauern, Verbraucherinnen und Verbraucher – Vielfalt geht alle an. Vielfalt wird durch alle gelebt.

Welche Themen und Themenschwerpunkte werden behandelt?

Während des Kongresses, auf den Podien und im Rahmen der Workshops kreisen fast alle Gespräche um Landwirtschaft und Ernährung. Doch auch hier weitet sich für europäische Besucher der Blick – Kleinbauern aus anderen Kontinenten berichten von ihrem Überlebenskampf und ihren Erfolgen. Die Chancen, die gentechnikfreie Nahrungsmittel bieten, werden aus europäischer und internationaler Sicht dargestellt. Über allem steht das „Paradigma der Vielfalt“ – also die Chance für die Welt, die in einer gelebten Vielfalt steckt. Um dieses Paradigma zu realisieren, dazu wollen die Beteiligten Strategien und Umsetzungsschritte erarbeiten.

Warum ist der Planet Diversity ein echtes Kontrastprogramm zu den UN-Verhandlungen?

Während des Planet Diversity trifft sich die Welt. Kleinbauern aus Kolumbien disku-tieren mit Biobauern aus Deutschland, die Einwohner Afrikas werben für ihre Art zu leben und asiatische Vertreterinnen schildern ihren Lebensalltag. Alle eint dabei, dass sie sich in ihrer Unterschiedlichkeit akzeptieren und dass sie diese globale Vielfalt erhalten wollen. Planet Diversity ist ein Treffen gegen die Gleichmacherei, gegen zerstörerische und bedrohliche Entwicklungen in Landwirtschaft, Landnutzung und Lebensmittelproduktion. Planet Diversity ist ein Treffen derer, die ihren Regierungs-vertretern im UN-Verhandlungsmarathon immer wieder klar machen wollen, wie zukunftsfähig das weltweite Konzept der Vielfalt ist.

Wie können sich – auch spontane – Besucher einbringen?

Planet Diversity schließt keinen aus. In Workshops, auf der Demonstration oder bei der Bearbeitung verschiedenster Zukunftsthemen kann jede und jeder mitarbeiten und dabei Position für die Vielfalt auf dieser Welt beziehen.

Allein die zuhörende Teilnahme wird ein Gewinn sein. Es ist interessant, die Positionen zu hören von Menschen wie Jacob von Uexkull (Stifter des alternativen Nobelpreises) oder Melaku Worede aus Äthiopien, die über die Geheimnisse äthiopischen Saatgutes erzählt. Alejandro Argumedo berichtet über das Kartoffelnetzwerk in den Anden und die Inderin Vandana Shiva, Trägerin des alternativen Nobelpreises, über Lebensmittelsicherheit, Ernährungssouveränität und Klimawandel. Jeder und jede der rund 50 ReferentInnen ist Experte oder Expertin – und die meisten teilnehmenden Menschen sind es auch. Denn alle sind Teil der kulturellen Vielfalt. Alle leisten ihren Beitrag zur Zukunftssicherung dieser Welt.

Wie kann man tiefer in Themen einsteigen?

Die Nachmittage des Planet Diversity-Programms sind den Workshops reserviert. 27 solcher Arbeitstreffen behandeln die verschiedensten Themen – sei es das Thema der UN-Beratungen rund um das Haftungsregime für gentechnisch veränderte Orga-nismen, seien es Fragen des Kompetenzaufbaus rund um das Thema Biodiversität, der Verbreitung gentechnisch veränderter Organismen in der Welt, deren gesundheitliche Auswirkungen, die Auswirkungen des Trends zu Agrotreibstoffen und auch die Perspektiven des Biolandbaus und des fairen Handels mit landwirtschaftlichen Produkten.

Ausführliche Informationen finden Sie unter:
http://www.planet-diversity.org/de/programm/workshops.html

Wie passen Planet Diversity und die UN-Konferenz über Biologische Vielfalt zusammen?

Planet Diversity und die UN-Konferenz über die Biodiversität sind trotz ihrer gegensätzlichen Ausrichtungen eng verbunden. Sie sind beide Teil eines gemeinsames Prozesses, der vor über 15 Jahren begann. Seit 1992 ist dieses Miteinander Tradition. Während des Erdgipfels in Rio de Janeiro trafen sich erstmals in der Geschichte der UN-Gipfel Regierungsvertreter UND die Vertreter der Nichtregierungsorganisationen, um über die Zukunft der Welt zu beraten. Den Organisatoren der UN-Konferenz war schon damals klar: Regierungen allein können die Zukunft dieser Erde nicht gestalten – eine breites Bündnis ist notwendig.

So hat es sich bis heute eingespielt, dass bei nachfolgenden Konferenzen neben den offiziellen Staatsvertreterinnen und –vertretern auch die Vertreterinnen und Vertreter der Zivilgesellschaften und Nichtregierungsorganisationen (NRO) dabei sind. Sie beraten mit – und sie organisieren auch eigenständige Beratungen und Veranstaltungen. In Deutschland ist dies Planet Diversity – der Planet der Vielfalt. Eine solche Veranstaltung ist dringend notwendig. Noch immer ist der Druck auf die Regierungsdelegationen aus den Kreisen der globalisierten Wirtschaft groß. Die Stimme der Menschen, die auf diesem vielfältigen Planeten leben, kann sich gegen die globale Wirtschaftsmacht nur schwer durchsetzen. Planet Diversity gibt in der guten Tradition der NRO-Konferenzen diesen Stimmen Platz und Raum – hier sprechen die Menschen, die direkt mit den Folgen der politischen Entscheidungen konfrontiert werden, die ihre Felder gegen die Gentechnik schützen müssen, die damit leben, dass die Natur vor Ort durch die großen Konzerne profitabel ausgebeutet, ohne dass sie ein gerechter Anteil des Profits erhalten.

Was sind die Grundlagen der UN-Konferenz über die Biologische Vielfalt – was geschieht während der Bonner Verhandlungen?

Die Basis: Konvention über die biologische Vielfalt (Convention on Biological Diversity – CBD)

1992 fand in Rio eine der bedeutendsten UN-Konferenzen statt. Vielfach als „Erdgipfel“ bezeichnet war dies nach 1972 die wichtige UN-Konferenz, die sich mit Umweltfra¬gen beschäftigte. Die Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung war die Basis für zentrale Fortschritte zur weltweiten Zukunftsvorsorge. Ergebnisse des Gipfels waren unter anderem die Klimakonvention, die Wüstenkon¬vention und eben die Konvention über die biologische Vielfalt (CBD). Die CBD fordert die Vertragsstaaten auf, drei gleichrangige Ziele anzustreben. Dies sind:
• der Schutz der biologischen Vielfalt, 

• die nachhaltige Nutzung dieser Vielfalt und

• die Erarbeitung von Zugangsregelungen und die Re¬gelung eines gerechten Ausgleichs von den Vortei¬len, die durch die Nutzung der genetischen Ressour-cen entstehen.

Schon früh wurde festgelegt, dass bei der Finanzierung der CBD-Ziele und -Umsetzungsschritte die Hauptlast durch die entwickelten Länder zu tragen ist.

Unterschrieben wurde die Konvention von 190 Vertrags¬staaten – damit zählt die CBD zu den erfolgreichsten inter¬nationalen Verträgen. Der Knackpunkt aber: Viele Staaten haben bis heute keine oder eine mangelhafte nationale Biodiversitäts-Strategie und vor allem – die Beschlüsse und Arbeitsprogramme werden nur mangelhaft umgesetzt.

Die Konferenzen in Bonn:
Alle zwei Jahre treffen sich die Vertreter der Vertragsstaa¬ten zur Vertragsstaaten-Konferenz (Conference of the Parties / COP). Vom 19. bis zum 30. Mai lädt Deutschland in Bonn zur 9. Vertragsstaatenkonferenz (COP 9) ein. Im Vorfeld treffen sich vom 12. bis 16. Mai noch die Delegier¬ten der Staaten, die das Carta¬gena-Protokoll unterschrieben haben. Dieses Cartagena-Protokoll ist der internationale Vertrag über die biologi¬sche Sicherheit von genmani¬pulierten Organismen. 

Link: www.cbd.int

Was erwarten die TeilnehmerInnen des Planet Diversity im Vorfeld der UN-Konferenz von den Regierungsverhandlungen?

Auf einen kurzen Nenner gebracht: Weniger Wirtschaftsmacht – mehr Chancen für Mensch und Natur.

Die offiziellen Delegationen der Bonner UN-Konferenz über die biologische Vielfalt müssen in ihren Entscheidungen deutlich machen, dass die natürliche und agrarische Vielfalt zu schützen und zu bewahren ist. Dies steht im direkten Gegensatz zu den Interessen der Agro-Industrie. Sich gegen die starke Lobbyarbeit der Industrie und für die Zukunft unseres Planeten zu entscheiden, das sind die hohen Erwartungen der Menschen an ihre Regierungsdelegationen.

Das wird dann konkret, wenn zum Beispiel die indigenen Bevölkerungsgruppen – also die „Ureinwohner“ – fair beteiligt werden, falls in ihrer Region und in ihrer Natur Entwicklungen industriell vorangetrieben und profitabel vermarktet werden. Oder es wird dann konkret, wenn Sicherheitsmechanismen und Haftungsregeln beschlossen werden, die die Menschen vor gentechnischen veränderten Pflanzen schützen, die diese nicht anbauen oder essen wollen. Dies wird auch dann deutlich, wenn die kul-turelle Vielfalt geachtet und geschützt wird.

Denn Vielfalt bedeutet Daseinsvorsorge für uns und für zukünftige Generationen. Sichern, bewahren und entwickelt die Menschheit diese Vielfalt, dann ist sie best-möglich für die künftigen Herausforderungen gerüstet. Dieses Konzept zu beachten, wie es auch die ursprüngliche Deklaration von Rio de Janeiro vorschreibt, dies erwarten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Planet Diversity von den Regierungsde-legationen der UN-Konferenz über biologische Vielfalt.

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