Planet Diversity World Congress on the Future of Food and Agriculture

Planet Diversity - Die Konferenz

Bonn, 15. Mai. Planet Diversity-Konferenz 

Zum Schluss sollte es ein Gedicht geben, doch Pipo Lernoud fand nur schwer poetische Worte nach der Verlesung des Planet Diversity Manifestes, wie er sagte. Auch fast ein Ding der Unmöglichkeit, eine Synthesis zu formulieren, bei all den Perspektiven und Meinungen, die in den letzten drei Tagen ausgetauscht wurden. Trotzdem gab es viele schöne Worte am Ende der Konferenz. Der Himmel verabschiedete die Teilnehmer mit viel Wasser von oben, auf dass die Saat aufgehe. Einen fruchtbareren Abschluss kann es kaum geben.

 
Fotos: Lena Horleman

++ Sobald das Planet Diversity Manifest digital zur Verfügung steht, werden wir es an dieser Stelle veröffentlichemn. ++

Drei heiße Tage Konferenz und Festival haben wir hinter uns. Heute war der letzte Tag mit vollem Programm und gefüllt sind auch die Köpfe der TeilnehmerInnen: Mit Bildern, Geschichten, alten Bekannten und neuen Kontakten. Vor allem das "Networken", also die Arbeit an einer Vernetzung mit anderen Aktiven stand für viele im Vordergrund.

Die fleißigen Wesen vom Organisationskomitee hingegen hätten sich sicher mehr inhaltlichen Input gewünscht. Sie haben ein großes Lob verdient, denn seit Tagen versuchen sie diese bunte Gemeinschaft zu koordinieren, alle Bedürfnisse der unterschiedlichsten Menschen zu befriedigen und das große Chaos zu verhindern. Das Ergebnis ist für alle ersichtlich: Eine einzigartige Konferenz, die heute Abend zu Ende geht und hoffentlich Nachfolger ihrer Art finden wird.

 

Bonn, 14. Mai. Die Planet Diversity-Konferenz geht weiter...

Gentechnik - nein Danke! Weltweit formiert sich Widerstand in den gentechnikfreien Regionen.

Die CBD (Konvention zur biologischen Vielfalt) wurde 1992 auf dem UN-Weltgipfel in Rio de Janeiro erlassen. Die Konvention fordert von ihren Vertragsstaaten:

1. Den Schutz der biologischen Vielfalt,
2. deren nachhaltige Nutzung und
3. eine gerechte Nutzung der genetischen Ressourcen dieser Vielfalt.

Die Frage der Haftung und Entschädigung beim internationalen Handel mit Gentech-Produkten stehen dieses Jahr zur Diskussion. Auf der Konferenz 1992 gab es die Einsicht, auch VertreterInnen der Zivilgesellschaft sowie Nicht-regierungsorganisationen an den Verhandlungen teilhaben zu lassen. Diese organisieren jedoch auch ihre eigenen Veranstaltungen, sowie dieses Jahr Planet Diversity.

Workshops

               
Bilder:  www.keine-gentechnik.de
    Mamadou Goita (Bauer, Wissenschaftler und Aktivist aus Mali)
                                                                        kritisiert im  Interview mit ND Saatgutkonzerne.

Seit Beginn der Konferenz haben bereits mehr als 20 Workshops stattgefunden
Unter anderem gab es Workshops zu den Themen "Neues Pflanzenbild: Wissenschaftlicher und ethischer Diskurs", "Wissensbildung zur biologischen Vielfalt", "Kein Patent auf Leben" und "Wissensaustausch zwischen den Generationen".

Uns erreichen erste Zusammenfassungen der Workshops, die sie mit einem Klick einsehen können (Haben Sie etwas Geduld, wenn sich die Dokumente nicht sofort öffnen lassen) :
"Frauenaktionen für biologische Vielfalt"  (deutsch),  (englisch)
"Schlüsselthemen der offiziellen Biosicherheitsberatungen"
 (englisch)
"Einheimische Viehzucht und Existenzgrundlagen in Randgebieten"  (englisch)

Und hier sind die aktuellen Artikel über Planet Diversity von der  TAZ und  ND. Neues aus der Zivilgesellschaft über COP9 / MOP4 finden Sie unter  Hintergrundinformationen für die Medien und als  Presseerklärung der  CBD Alliance, einem Netzwerk zivilgesellschaftlicher Organisationen.

   
Vandana Shiva                                                            Percy Schmeiser

 

13. Mai in Bonn: I have a dream - Planet Diversity mit 600 Teilnehmern eröffnet!

Der Traum nach einer Welt, in der Vielfältigkeit und Unterschiedlichkeit als Wert von allen Menschen gelebt  wird und in der gentechnisch veränderte Organismen keinen Platz haben, verbindet die Eröffnungsredner von Planet Diversity.

Mit einem vollen Saal und kämpferischen Reden startete heute die Konferenz von Planet Diversity. Der große Saal des Gustav-Stresemann-Instituts füllte sich bis auf den letzten Platz und Benedikt Haerlin vom Organisationskomitee sprach die Eröffnungs-Worte. Er war sichtlich gerührt über die vielen Menschen aus allen Kontinenten, mit deren Anwesenheit sich sein Traum erfüllte:

Im Sommer 2007 entstand die Idee einer Konferenz der Vielfalt mit Teilnehmern aus der ganzen Welt und so standen heute Morgen im großen Plenum zum Thema "Paradigma der Vielfalt" auch Träume im Mittelpunkt.

Christine von Weizsäcker beschrieb Diversität als Bereitschaft, die Unterschiedlichkeit von allem zu feiern. Das Prinzip des Stärkeren sei nicht unbedingt gut, denn die Schwachen von heute werden vielleicht die Lösung der Probleme von morgen sein.

Vandana Shiva sagte, dass sich einer ihrer wichtigsten Träume bereits verwirklicht hat, nämlich der, dass es eine neue Generation gibt, die den Kampf gegen Gentechnik fortsetzen wird. Außerdem hofft sie, dass die Menschheit gemeinsam die großen, globalen Krisen bewältigen wird. Biodiversität ist die Voraussetzung für Pluralismus und damit auch für Freiheit.

Nach der Eröffnung ging es dann weiter in die teilweise überfüllten Workshops, bis sich die TeilnehmerInnen für die Mittagspause über das Gelände verteilten. Seit dem wird geschrieben, ausgetauscht, pausiert und diskutiert.

Für Benedikt Haerlin als Hauptorganisator der Veranstaltung ist sein Traum bereits in Erfüllung gegangen, dass Aktivisten aus der ganzen Welt zu Planet Diversity gekommen sind, um sich über den Kampf gegen Gentechnik auszutauschen und gemeinsam weiterzuarbeiten.

Christine von Weizsäcker beschreibt Diversität als Bereitschaft, die Unterschiedlichkeit von allem zu feiern. Das Prinzip des Stärkeren ist nicht unbedingt gut. Die Schwachen von heute werden vielleicht die Lösung der Probleme von morgen sein.

Für die gentechnikfreien Regionen und alle gentechnikfrei wirtschaftenden Bäuerinnen und Bauern hofft Annemarie Volling, dass sie der Mut und die Kraft im Kampf gegen Monsanto und Konsorten nicht verkässt. Bäuerinnen und Bauern werden weiterhin dem Versuch der Agroindustrie, die Äcker mit Gentechnik zu durchseuchen, Nachbau zu unterbinden und die Kontrolle über die Lebensmittel zu erlangen, entgegentreten und ihn scheitern lassen. Ihr Engagement wird von der Gesellschaft gewürdigt und unterstützt. Der Kampf für die Biodiversität ist nötig, damit der PLanet überlebt.

Für die Saatgut-Initiativen beschreibt Sigrid Herbst den Traum, dass alle BäuerInnen und GärtnerInnen auch in Zukunft die Möglichkeit haben, Saatgut ohnr Gentechnik anzubauen, ihre Sorten im Einklang mit den Standortbedingungen weiterzuentwickeln und die regionale Vielfalt zu vermehren. Der Verlust an Biodiversität wird nicht nur gestoppt, die natürliche Vielfalt beginnt wieder zu wachsen. Für den Kongress wünscht sie, dass die gentechnikfreie Welt sich gegenseitig zuhört und gemeinsam Strategien entwickelt, wie der Traum von einer gentechnikfreien Welt wahr wird.

Vandana Shiva beschreibt, dass sich einer ihrer wichtigsten Träume bereits verwirklicht hat, nämlich der, dass es eine neue generation gibt, die den Kampf gegen Gentechnik fortsetzen wird. Sie wünscht sich für den Kongress, gemeinsam eine Strategie zu entwickeln, die zur Exit-Strategie für Monsatno wird. Außerdem hofft sie, dass die Menschheit gemeinsam die großen, globalen Krisen bewältigen wird. Biodiversität ist die Voraussetzung für Pluralismus. Die Kongress-Teilnehmer fordert sie auf, Unterschiedlichkeit zu akzeptieren und die Gemeinschaft von Kämpfern gegen Gentechnik zu schärfen.

Aus dem Publikum wird der Traum formuliert, dass die Vielfalt auf Feldern und Tellern erhalten bleibt und die Menschen erkennen, dass sie gemeinsam dafür eintreten müssen. Eine Vertreterin der Philipinen äußert die Hoffnung, dass die Arbeit der BäuerInnen für die Vielfalt erkannt und respektiert wird.

Florianne Köchlin aus der Schweiz hat den Traum, dass die Menschen weltweit selbst den Einsatz von Gentechnik entscheiden können und es ein weltweites Moratorium gegen Gentechnik gibt, wie es in der Schweiz bereits gegen den Willen der Regierung durchgesetzt wurde.

 

12. Mai: Demonstration - Regional, fair und gentechnikfrei!

Pfingstmontag in Bonn. Etwa 6000 Demonstranten zogen von den Rheinauen zum Ort der UN-Vertragsstaatenkonferenz (CBD) und protestierten lautstark gegen Gentechnik.
Unsere Pressemitteilung zur Demonstration finden Sie  hier.

Die  Tagesschau, die  heute-Nachrichten und die ZDF  Tagesthemen berichteten am selben Abend über die Demonstration. Außerdem thematisierten der  WDR5, die  TAZ und die  Financial Times Deutschland in ihren Online-Ausgaben das Geschehen in Bonn. Die jeweils aktuelle Liste der Online-Nachrichten über Planet Diversity finden Sie  hier.

Das internationale Festival der Vielfaltzog anschliessend bis 22 Uhr rund 15000 Menschen in die Bonner Rheinauen. Familien mit Kindern,  Bauern, Gärtner, Musiker, Künstler, Umwelt-Aktivisten und Teilnehmer der Planet-Diversity-Konferenz aus mehr als 90 Nationen, feierten zusammen den ganzen Tag bei bestem Sonnenwetter. Einen Link zu einer Festival-Foto-Galerie finden Sie  hier.

Wenn Sie die Demonstration bzw. das Festival besucht und Fotos gemacht, oder einen Text darueber verfasst haben, dann schicken Sie uns diese bitte, damit wir die ganze erlebte Vielfalt auf unserer Homepage praesentieren koennen, an:  news-events@planet-diversity.org Herzlichen Dank!     

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